Viele Unternehmen scheitern nicht erst an der Umsetzung von Data Governance, sondern bereits daran, überhaupt eine klare Governance zu formulieren.
Häufig existieren zwar einzelne Regeln, Tools oder Initiativen, aber kein gemeinsames Verständnis davon, wie mit Daten im Unternehmen umgegangen werden soll. Verantwortlichkeiten sind implizit verteilt, Prozesse entstehen situativ und werden nicht konsistent angewendet. Eine zentrale Dokumentation oder ein abgestimmtes Zielbild fehlt oft vollständig.
Wenn Governance doch formalisiert wird, verschiebt sich das Problem häufig auf die nächste Ebene. Es entstehen umfangreiche Konzepte mit Rollen, Prozessen und Richtlinien, die in sich schlüssig sind, aber nicht zur tatsächlichen Arbeitsweise der Organisation passen. Fachbereiche sehen keinen direkten Mehrwert, die IT übernimmt zu viel Verantwortung und die Data Governance wird als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der fehlende Bezug zu konkreten Anwendungsfällen. In vielen Unternehmen wird die Governance häufig isoliert entwickelt, losgelöst von den Datenprodukten oder Use Cases, die eigentlich gesteuert werden sollen. Dadurch bleibt unklar, wo Governance tatsächlich greift und wo sie bewusst schlank bleiben sollte.
Der entscheidende Unterschied liegt deshalb nicht in der Vollständigkeit der Governance, sondern in ihrer Anschlussfähigkeit.